Verpflegungsgeld-Rechner

Grundsätzlich

Einem Zivildiener, ohne eigener Wohnung oder Kindern, stehen grundsätzlich 346.70€ (Stand 01.01.2020) Grundvergütung (pro Monat) und 16€ (pro Tag) als Verpflegungsgeld zur Verfügung. Abzüge und Anspruch sind unten genauer erklärt. Siehe auch die Seite der Zivildienstserviceagentur.

Generell wird Naturalverpflegung (das zur Verfügung stellen von Speisen) der Auszahlung von Verpflegungsgeld vom Gesetzgeber vorgezogen. Solltest du also Speisen angeboten bekommen und auch Zeit haben dieses einzunehmen, steht dir kein Verpflegungsgeld zu, auch wenn du die Speisen ablehnst. Es gibt eine Ausnahme für die nicht Annahme von Speisen, die mit dem Einverständnis der Vorgesetzen nicht angenommen werden. Dies ist aber selten und die Vergütung in der Regel nicht so hoch wie das Verpflegungsgeld.

Der Verpflegungsgeld-Rechner funktioniert relativ simpel: Du gibst die Tage an, an denen du auf deiner Dienststelle bist, wenn dir dort Speisen angeboten werden und du diese auch einnehmen kannst oder könntest. Das heißt 7-9 Uhr für das Frühstück, 12-14 Uhr für das Mittagessen und ab 17 Uhr für die weitere Mahlzeit; mehr dazu unten. Diese Speisen werden aufsummiert und gemeinsam mit den allgemeinen Abzügen von dem Ausgangsbetrag Tage * 16€ abgezogen.

Allgemeine Abzüge




Abzüge wegen Naturalverpflegung






Berechnung

346.70 € Grundvergütung
+ 0 € Verpflegungsgeld

= 346.7 €

Etwas ausführlicher

Anspruch auf Verpflegungsgeld hast du für Speisen die du nicht auf der Dienstelle einnehmen kannst. Du hast also z.B. an einem Tag nur Dienst von 7-10 Uhr, dann kann das Frühstück abgezogen werden, sonst nichts. Das Mittagessen sollte irgendwann zwischen 12-14 Uhr eingenommen werden können.

Die Abzüge beziehen sich jeweils auf den vollen Tagesbetrag. Das heißt bei gleichbleibenden Dienstort 15% Abzug, also 2.4€. Bei gleichbleibenden Dienstort und einer Kochstelle 10% + 15% = 25%, also 4€ Abzug, nicht zuerst 15% auf 13.60€ und dann 10% von dem auf 12.24€ (was "nur" 3.76€ Abzug wäre).

An dienstfreien Tagen (in den meisten Fällen Wochenende und Urlaub) steht dir das Verpflegungsgeld für alle drei Mahlzeiten zu. Genau so wie an Tagen im Krankenstand – solltest du nicht von der Krankenkasse versorgt werden (Stationär im Krankenhaus heißt kein Verpflegungsgeld).

Ob und wie lange man auf das Essen vor oder nach den Dienstzeiten warten muss, ist nicht ausjudiziert und deshalb unklar. Auch unklar ist, wann die "weitere Mahlzeit" eingenommen werden soll, bzw. aus was diese zu bestehen hat. Prinzipiell wird die weitere Mahlzeit als Abendessen angesehen, aber ein VfGH-Urteil oder andere Judikadur gibt es dazu noch nicht.

Außerdem gelten die Abzüge auch an Tagen die dienstfrei sind. Bei gleichbleibendem Dienstort wäre das z.B. 13.60€ pro dienstfreiem Tag oder Tag im Krankenstand.

Für die meisten Zivildiener gibt es zumindest den 15% gleichbleibender Dienstort-Abzug, da der VfGH geurteilt hat, dass der Dienstort dem Bezirk gleichzustellen ist. Solltest du also in Wien oder Klagenfurt deinen Zivildienst ableisten und die Stadt in der Ausübung dessen nicht verlasst, ist es der gleiche Dienstort.

(Bis zu) 10% für leichte Arbeit ist selten, da man sobald man irgendwas transportiert (Hol- und Bringdienste) schon fast davon ausgehen kann, dass es sich um keine "leichte Arbeit" mehr handelt. Solltest du ein Schreibtisch-Zivildiener werden ist es durchaus möglich das dieser Abzug zutrifft.

10% Abzug für eine geeignete Kochstelle ist extrem selten, da dem Zivildiener laut ZDG eine Kochgelegenheit "die ihm auch die Zubereitung frischer Speisen ermöglicht" und "zumindest aus Herd, Backrohr (Mikrowellenherd) sowie Kühl- und Gefrierschrank" besteht in der Dienststelle zur Verfügung stehen muss.

Die Auskünkfte auf dieser Seite sind nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt, es kann aber weder Aktualität noch Richtigkeit versprochen werden. Alle Angaben sind somit ohne Gewähr.

Und ja, ich war auch mal Zivildiener :)